// Startseite 

Der Streifenhechtling (Aplocheilus lineatus)

von Hans-Georg Evers

Die Eierlegenden Zahnkarpfen oder – volkstümlicher ausgedrückt – die Killifische haben kaum echte Klassiker und Evergreens hervorgebracht, obwohl sie nicht mit Farben geizen und auch nicht mit ihrem recht spannenden Verhalten hinter dem Berg halten. Kein Mensch kann sagen, warum ausgerechnet der Streifenhechtling sich so durchgesetzt hat. Seit Jahrzehnten patrouillieren diese Fische mit leicht nach unten geneigtem Schwanz knapp unter den Wasseroberflächen vieler Aquarien und verputzen mit Appetit den aufkommenden Platy- oder Schwertträgernachwuchs.

Aplocheilus lineatus – Normalfärbung. Foto: H.-G. Evers

 

Vorderinder

Die Heimat der Gestreiften erstreckt sich auf weite Teile der indischen Halbinsel, und auch auf der Insel Sri Lanka sind sie schon entdeckt worden. Die Tiere leben sowohl in Fließgewässern als auch in größeren Seen und haben auch die Abflusskanäle von Reisfeldern für sich als Lebensraum entdeckt. Sie mögen es also warm und sind recht anpassungsfähig. Das trifft besonders auf die seit unzähligen Generationen in den Aquarien vermehrten Tiere zu, die sich bei Wassertemperaturen zwischen 23 und 29 °C wohlfühlen und sogar fortpflanzen.

Aplocheilus lineatus
Zwei Männchen der goldenen Farbform von Aplocheilus lineatus. Foto: H.-G. Evers

Gierschlünde

Die großen Augen und der walzenförmige Körper mit leicht unterständigem Maul kennzeichnen einen hervorragend angepassten Lauerräuber, der dicht unter der Wasseroberfläche zwischen den Schwimmpflanzen verharrt und sich alles Fressbare schnappt, was auf das Wasser fällt. Kleine Fliegen, Ameisen und Käfer bilden in der Natur sicher das Hauptfutter für die gefräßigen Kerlchen. Doch halt – bevor Sie jetzt nach draußen rennen, um Krabbelgetier zur artgerechten Ernährung Ihrer Lieblinge zu organisieren, lassen Sie es sich gesagt sein, dass die Tiere auch gern an Futterflocken knabbern! Hin und wieder einmal kräftiges Lebendfutter, vielleicht ein paar Mückenlarven, sind sicherlich richtig und gut und lassen die Weibchen rasch Laich ansetzen.

Aplocheilus lineatus
Aplocheilus lineatus
-Pärchen – goldfarbene Variante. Foto: H.-G. Evers

Streifenhechtlinge können gut 10 cm groß werden und schlucken dann auch größere Brocken, beispielsweise Neonsalmler, in einem Happs weg. Also Vorsicht bei der Vergesellschaftung! Ein Aquarium ab 200 l, besetzt mit einigen Buntbarschen und Welsen, wird durch eine kleine Gruppe Streifenhechtlinge auch im oberen Wasserbereich belebt. Wichtig ist eine teilweise Bepflanzung der Wasseroberfläche und vor allem eine lückenlose Abdeckung des Aquariums, wenn Sie nicht wollen, dass die springfreudigen Killifische als Mumien auf dem Teppich enden.

Aplocheilus lineatus Goldfarbenes Männchen. Foto: H.-G. Evers


Normal gefärbtes Männchen. Foto: H.-G. Evers

Dauerlaicher

Bei Aplocheilus lineatus balzt das Alphamännchen eigentlich täglich einmal ein Weibchen an und die Partner legen jeden Tag ein paar Eier in die Schwimmpflanzen. Viele Aquarianer, so auch ich, begannen ihre Züchterkarriere bei Eierlegern mit den Streifenhechtlingen. Ich erinnere mich noch genau, wie ich als Schüler jeden Tag in der Riccia herumwühlte und mit frohen Ausrufen jedes gefundene Ei begrüßte. Die Eier brachte ich in kleinen Schalen unter, wo bald die Jungen schlüpften und ich mit der Aufzucht der kleinen Jungfische langsam, aber stetig Fortschritte erzielte.

Die Kleinen sind sehr robust und verzeihen auch mal einen vergessenen Wasserwechsel. Ganz gleich, ob Sie es mit der gestreiften Naturform oder der quietschgelben Zuchtform versuchen – Sie werden sehen, der Streifenhechtling ist so eine Fischart, die einem das Züchtervirus unterjubeln kann! Und das Beste daran ist: Sie werden die Jungfische auch noch los!

zurück zum Inhaltsverzeichnis AMAZONAS 12

zurück zum Artikelarchiv

 

Startseite | Verlag | Impressum / AGB
© 2008 - 2012 Natur und Tier - Verlag GmbH · An der Kleimannbrücke 39/41 · D-48157 Münster