AMAZONAS 21, Januar/Februar 2009, Seite 4
Rochen News
von Die Redaktion
Kaum war die letzte November-Ausgabe der AMAZONAS in Druck, da flatterten der Redaktion die nächsten Nachrichten aus Brasilien ins Haus. In insgesamt drei neuen Verordnungen hat das IBAMA (Brasilianisches Institut für Umwelt und erneuerbare Ressourcen) die Positivlisten für handelbare Aquarienfische in Brasilien aktualisiert. Neben Meerwasserfischen werden alle für den Export zugelassenen Süßwasserfische – erstmals werden hier auch L- und LDA-Nummern genannt – aufgelistet und Namenslisten aller für den Import nach Brasilien erlaubten Süßwasserfische aufgestellt.
Nun ist auch der Export von Süßwasserrochen wieder genehmigt, allerdings zahlenmäßig begrenzt und auf die Bundesstaaten, in denen die Arten vorkommen, beschränkt. So dürfen lediglich die Firmen, die in den Bundesstaaten Para oder Amazonas ansässig sind, die jeweils dort vorkommenden Arten exportieren. Es dürfen überdies nur kleine Tiere bis zu einem Körperdurchmesser von 30 cm (für Potamotrygon histrix sogar nur bis zu 14 cm) gefangen und gehandelt werden. Es gibt Fangquoten, die die jährlich erlaubte Gesamtmenge angeben.

Porträt von Potamotrygon leopoldi. Foto: H.-G. Evers
Wir stellen hier die Liste aus der Instrução Normativa Nr. 204 vom 22. Oktober 2008 vor. Besonders die begehrten und sehr teuer gehandelten schwarzen Rochen sind zu erwähnen. Nur die wenigen in Para ansässigen Firmen dürfen sie exportieren, alle anderen brasilianischen Exporteure dagegen nicht. Der Unmut auf Seiten der Benachteiligten ist anhand verschiedener Reaktionen deutlich spürbar.
Ebenfalls teuer sind beispielsweise der schwarze P 14 oder auch der Perlenrochen, Potamotrygon sp., die gar nicht auf der Liste erscheinen, weil sie wissenschaftlich unbeschrieben sind. In Asien werden die seltenen Rochen deshalb nicht billiger gehandelt werden.
Mittlerweile wird alles wild durcheinander gekreuzt, weil manche Hybriden ausgesprochen schön sind. Vor kurzem wurden drei Jungtiere eines Hybriden, die auf schwarzem Grund weiße, schneeflockenartige Zeichnungsmerkmale aufwiesen, zusammen für angeblich mehr als 120000,– US-Dollar nach Taiwan verkauft. Solche Zahlen sind für Mitteleuropa undenkbar. Dennoch sind die ersten mittlerweile wieder auf brasilianischen Stocklisten auftauchenden Preise für Rochen im drei- bis vierstelligen Bereich angesiedelt. Und es werden sich bestimmt Käufer finden.
Die Harnischwelsfreunde müssen sich übrigens noch gedulden. Bisher sind Hypancistrus, Panaque und andere nicht freigegeben. Wir bleiben für Sie am Ball.
Rochen-Art Amazonas Para Total
Potamotrygon motoro 4000 1200 5200
Potamotrygon cf. histrix 6000 – 6000
Potamotrygon schroederi 1000 – 1000
Potamotrygon orbignyi 1200 1200 2400
Potamotrygon cf. henlei – 1000 1000
Potamotrygon leopoldi – 5000 5000
12200 8400 20600
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