// Startseite 

AMAZONAS 21, Januar/Februar 2009, Seite 54–59

„Sandtigerhaie“ – eine neue Rhinogobius-Art

von Frank Strozyk und Thomas Ackermann

Die in Asien verbreitete Gattung Rhinogobius – in ihrer Heimat „Yoshinobori“ genannt – umfasst eine nahezu unüberschaubare Menge an Arten und Varianten kleiner bis mittelgroßer Süßwassergrundeln, von denen nur eine verschwindend geringe Anzahl gelegentlich im Handel auftaucht. Allenfalls die gut züchtbaren verschiedenen Lokalformen von Rhinogobius duospilus und ihre nächsten Verwandten sieht man regelmäßig. Hin und wieder finden sich zwischen Importen jedoch einige Exemplare, die sich oft erst im Nachhinein als Tiere einer völlig anderen Art herausstellen.


Adulte Männchen sind imposante Fische mit einer auffälligen Flossenzeichnung.   Foto: F. Strozyk

2004 erwarb einer der Autoren zwei noch nicht ausgewachsene Paare einer Grundel-Art, die als Rhinogobius wui angeboten worden war, jedoch deutlich anders aussah.

Der walzenförmige Körper zeigte ein unregelmäßiges Streifenmuster, und der Kopf war weitaus bulliger und hechtartiger als bei R. duospilus. Die kräftig roten Streifen auf den Kiemenrechen verliefen zu ihnen parallel und nicht wie bei R. duospilus senkrecht zu ihnen. Mithilfe dieses Merkmals lassen sich auch jüngere Tiere sicher voneinander abgrenzen.


Adulte Männchen kämpfen um die Vormachtstellung.   Foto: F. Strozyk

Die Grundeln ähneln Rhinogobius flumineus und insbesondere R. sp. „orange“, weichen aber in vielen Details wie Flossenzeichnung und Gesamtgröße von ihnen ab, so dass es sich um eine eigenständige Art handeln dürfte. Ihre nächsten Verwandten scheinen Tiere zu sein, die als „Tou-Yoshinobori“ bezeichnet werden.

Hier fanden sich im Internet Fotos von Exemplaren, die sich nur noch in kleinsten Details von den hier gezeigten Tieren unterschieden (in erster Linie Form und Größe des leuchtend blauen Flecks in der vorderen Dorsale).

Die Tiere wuchsen während der fast vierjährigen Pflege auf 10 cm (Männchen) heran, was die im Vergleich schon fast zierlich wirkenden R. duospilus weit übertrifft. Weibchen blieben mit 8 cm Gesamtlänge etwas kleiner und in ihrer Färbung wesentlich unscheinbarer. Neben der imposanten Größe dieser Art beeindruckte ihr deutlich rabiateres Verhalten im Sozialverband. Sehr häufig waren Territorialkämpfe und Dominanzgehabe zu beobachten, wobei die Bereitschaft zu echten Beschädigungskämpfen offenbar größer war als bei R. duospilus.  Es bildete sich sowohl unter männlichen als auch weiblichen Exemplaren eine Art Rangordnung aus, die bei bestimmten Anlässen, etwa bei Umstrukturierung des Beckens oder Besatzänderung, erneut ausgefochten wurde.

Sandtigerhaie
In Ermangelung eines wissenschaftlichen Namens und angesichts des grimmigen Äußeren wurden die Grundeln von uns intern mit dem spontan assoziierten Namen „Sandtigerhaie“ betitelt. Eine genaue Bestimmung und Lokalisierung wäre allerdings enorm hilfreich zur Kenntnis der Haltungs- und somit Zuchtbedingungen dieser interessanten Grundel-Art.


Aquarium (240 l) zur Pflege und Zucht von Rhinogobius sp.  
Foto: F. Strozyk

Es gelang uns nach einigen Bemühungen, Kontakt zur „taiwanesischen fishbase“ aufzunehmen, das Ergebnis blieb jedoch ernüchternd. Zwar wurde seitens Prof. Chen mit Vorbehalt der Name Rhinogobius leavelli geäußert, doch fehlt es bisher an auswertbarem und vergleichbarem Bildmaterial.  Somit ließ sich die genaue Herkunft der Tiere leider nicht ermitteln, doch stammt ein großer Teil offenbar sehr eng verwandter Arten aus Thailand.

Trotzdem blieben viele Fragen beim Einstieg in die Pflege dieser hübschen Grundeln offen. Sind es Bewohner strömungsreicher Fließgewässer oder ruhiger Seen im Inland? Oder leben sie in Küstennähe und zeigen damit eine amphidrome Fortpflanzungsstrategie (Larval- und Jugendentwicklung in Brack- oder Salzwasser)? Oder vermehren sich die Tiere rein süßwassergebunden? Viele offene Fragen, deren Beantwortung eine Menge Ausprobieren und viele Beobachtungen abverlangt.

Nicht überfüttern
Die Pflege der „Sandtigerhaie“ erwies sich zunächst als recht einfach. Ein nicht zu kleines Aquarium (120 l dürften für vier Tiere ausreichen), das entsprechend der vermutlichen Lebensweise mit einer dicken Schicht feinen Sands, großen, flach oder schräg aufliegenden Steinplatten und einigen großen Kieseln ausgestattet worden war, sagte den Tieren gut zu. Die Grundeln waren in der Lage, sich in Farbe und Zeichnungsmuster dem jeweiligen Untergrund anzupassen. Eine Bepflanzung scheint nebensächlich zu sein und vom ästhetischen Geschmack des Pflegers abzuhängen. Sowohl Filterung als auch Wasserwechsel entsprachen weitgehend dem Standard (ein- bis dreimal pro Woche 30–70 %), wobei sich die Tiere als sehr anpassungsfähig in Bezug auf die Wasserparameter erwiesen und mit dem verwendeten Wasser (2 °KH, 5 °dGH, pH 7) gut zurechtkamen.

Temperaturen zwischen 16 °C und 28 °C (Zimmertemperatur mit jahreszeitlicher Schwankung) wurden bei ausreichender Sauerstoffversorgung gut vertragen. Eine mittlere bis starke Strömung schien nicht zwingend notwendig, jedoch empfehlenswert zu sein, da sie dem Bewegungsdrang der Tiere sichtlich entgegenkam und ihr grundeltypisches Verhalten förderte. Außerdem half die starke Umwälzung erheblich, Mulm und Futterreste an bestimmten Stellen zu konzentrieren.


Weibchen von Rhinogobius sp. sind in Grau- und Brauntönen gezeichnet und durch ihr lang gezogenes, leicht unterständiges Maul von weiblichen R. duospilus zu unterscheiden. Weibchen mit kräftigem Laichansatz zeigen eine gelbliche Bauchfärbung.   Foto: F. Strozyk

Die Tiere waren beim Futter nicht wählerisch und konnten gut mit gängigen Frost- und Lebendfuttersorten, wie weißen, schwarzen und roten Mückenlarven, Wasserflöhen, Artemia und kleinen Garnelen, ernährt werden. Bei einer Fütterung mit Bachflohkrebsen, Steinfliegenlarven und Wasserasseln zeigten sie ihr ganzes Können als geschickte Jäger, auch in noch so starker Strömung.

Nahrung scheint in den Heimatbiotopen der Grundeln relativ knapp zu sein und die Tiere neigen dazu, sich gierig zu überfressen. „Murmelbäuche“ sind das Resultat und die Körperhöhe kann sich so in wenigen Minuten verdoppeln. Andererseits scheint eine abwechslungsreiche und kräftige Fütterung eine Voraussetzung für einen Laichansatz zu sein. Bei der Ausbildung eines dauerhaft breiten Bauchs mit gelblich durchscheinendem Laich sind die Weibchen leicht als zuchtreif zu erkennen. Haben sich die Tiere gut eingewöhnt, kommt es dann auch ziemlich schnell und unkompliziert zur Fortpflanzung.

Bruthöhlen unter Steinplatten
Bei der Vermehrung der „Sandtigerhaie“ stellte sich schnell heraus, dass es sich bei dieser Grundel im Gegensatz zu R. duospilus um einen „Small-sized-egg-Fortpflanzungstyp“ handelt. Die Tiere produzierten mit etwa 200–400 Eiern entschieden größere Gelege kleinerer Eier als die „Big-sized-egg-Arten“ (etwa R. duospilus mit ungefähr 50–70 Eiern pro Gelege).

Die Bruthöhlen erreichten im Durchmesser die anderthalbfache Körperlänge der Männchen und wurden ausnahmslos unter flach auf Sand aufliegenden Steinplatten (Kalksandstein oder Schiefer) gebuddelt. Wichtig schien zu sein, dass die Platte groß genug war, um eine Höhle von bis zu 15 × 15 cm anzulegen. Andererseits durften nicht wie bei runden Kieseln ständig Sand in die Höhle nachrutschen oder weitere Zugänge zur Höhle entstehen. Solche Höhlen wurden schnell wieder aufgegeben. Ein Mangel an geeigneten Steinplatten kann daher ein Ablaichen ganz verhindern.

Eine bewährte Platte wurde in der Regel immer wieder genutzt und als aufmerksamer Pfleger hat man schnell herausgefunden, wo man nach brütenden Männchen suchen muss. Das ranghöchste Männchen erwählte beispielsweise immer wieder eine dunkle Schieferplatte von etwa 35 × 25 cm Größe und 2 cm Dicke.


Frisches Gelege von Rhinogobius sp.   Foto: F. Strozyk


Am Brutstein hängende Eier, einen Tag nach der Ablage. 
Foto: F. Strozyk

Bereits nach drei Tagen sind die Augen der Larven deutlich erkennbar.
Foto: F. Strozyk

Der Laichakt selbst fand im Verborgenen der Höhle statt und erstreckte sich teilweise über mehr als 24 Stunden. Selten erschien einmal ein Kopf am Eingang der Bruthöhle. Ansonsten war der Eingang teilweise durch die Aktivitäten im Innern ganz mit Substrat verschlossen. Die insgesamt etwa 2,5 mm langen und 1,5 mm breiten Eier wurden in typischer Manier über Kopf angeheftet und hingen an kurzen Stielen von der Höhlendecke.

Das Männchen bewachte und befächelte das Gelege intensiv und permanent. Etwaige Eindringlinge wie Schnecken wurden im Maul abtransportiert und ausgespuckt. Die Larven schlüpften temperaturabhängig nach vier bis fünf Tagen und waren mit etwa 3 mm Größe deutlich kleiner als Larven von R. duospilus.

Da die erwachsenen Grundeln dem Nachwuchs nachstellten, war ein Entfernen des Geleges unmittelbar vor dem Schlupf nötig. Dabei zeigte sich, dass ein Bewegen und Umsetzen des Geleges ein vorzeitiges Schlüpfen auslösen konnte. So schwammen die Larven nach dem Umbetten des Brutsteins mit einem zwei Tage alten Gelege bereits wenige Minuten später entsprechend unterentwickelt auf. Es war also ratsam, möglichst lange mit dem Umsetzen zu warten.


Larven von Rhinogobius sp. nach dem Aufschwimmen.  
Foto: F. Strozyk

Nach dem Aufschwimmen strebten die frei schwimmenden Larven zunächst in schraubenden Bewegungen aktiv dem Licht entgegen, wobei sie während der ersten Lebensstunden immer wieder in Richtung Grund sanken. Erst nach etwa zwölf Stunden schien die dann deutlich sichtbare Schwimmblase voll entwickelt zu sein und die Larven hielten sich im freien Wasser schwebend dicht unter der Oberfläche auf. Sie besaßen zunächst einen großen Dotter, der aber nach zwei bis vier Tagen komplett aufgebraucht war. Die Larven wuchsen in dieser Zeit auf etwa 4–5 mm Länge heran, wirkten aber im Vergleich zu den Jungfischen anderer Fisch-Arten bei ähnlicher Größe weitaus weniger weit entwickelt.

Im Verband ähnelten sie durch ihre driftende Schwimmweise mit ruckartigen Richtungsänderungen eher einem Schwarm weißer Mückenlarven.

Probleme bei der Aufzucht
Die ersten Aufzuchtversuche fanden in einem etwa 25 l fassenden Würfelaquarium mit klassischem Lufthebefilter statt, das im hinteren Bereich reichlich mit Javamoos, Nixkraut und einem Grünalgenkissen bewachsen war. Der vordere Bereich blieb als Schwimmraum frei. Ein Aufsalzen fand nicht statt. Die Haltungsparameter entsprachen exakt denen, die zu dem Zeitpunkt bei den Alttieren herrschten (Temperatur etwa 25 °C, 2 °KH, 5 °dGH, pH 7).

Gefüttert wurde abwechselnd mit Staubfutter, Flüssigfutter, Infusorien, Essigälchen und Mikrowürmern. Artemia-Nauplien waren eindeutig zu groß und die Larven zeigten Fluchtreaktionen. Herabsinkende und sich bewegende Kleinstpartikel wurden gezielt (ruckartig) angeschwommen und begutachtet. Meist demonstrierten die Larven Desinteresse, indem sie sich durch ruckartige Richtungsänderungen wieder abwendeten.

Das größte Interesse zeigten sie offensichtlich bei Pantoffeltierchen und anderen Infusorien. Ab dem zehnten Tag stellten sie frischen Artemia-Nauplien nach und bissen wahrscheinlich Stücke ab, wie ihre orangefarbenen Bäuche verrieten. Dabei schwammen die Larven die potenzielle Beute in der beschriebenen Weise an, um sich langsam s-förmig zu krümmen und dann ruckartig vorschnellend nach der Beute zu schnappen. Dieses Verhalten deutet auf ein aktives Jagen von Kleinstlebewesen hin und schließt eine Nahrungsaufnahme durch Filtrierung eher aus.


Jungfisch im Alter von 3 Tagen.   Foto: F. Strozyk

10 Tage alter Jungfisch.   Foto: F. Strozyk

Jungfisch nach 25 Tagen.   Foto: F. Strozyk

Trotz der augenscheinlichen Akzeptanz von Artemia-Nauplien und intensiver Bemühungen zeigten die im freien Wasser schwimmenden Larven jedesmal nach wenigen Tagen hohe Sterblichkeitsraten, und spätestens am 14. Tag nach dem Schlupf lebte keine von ihnen mehr.

Ein Teilerfolg
Nur einmal gelang es unter den beschriebenen Bedingungen, fünf Jungtiere erfolgreich aufzuziehen, wobei ein Cocktail aus allen oben beschriebenen Feinfuttersorten in hohen Dosen mehrmals täglich verabreicht wurde. Nachdem die fünf Jungfische die anscheinend kritischen ersten 20 Tage überstanden hatten und willig Nauplien und Mikrowürmer fraßen, gab es bei der weiteren Aufzucht keine Probleme mehr.

Interessanterweise dauerte es genau 48 Tage, bis die Jungfische ihre schwebend-driftende Schwimmweise aufgaben und ein grundeltypisches bodenorientiertes Verhalten zeigten. Zu diesem Zeitpunkt wurden auch die zum Haftorgan umgebildeten Bauchflossen erstmalig eingesetzt. Die Nachzuchttiere – übrigens alles Männchen – erreichten aber bei Weitem nicht die Endgröße der Elterntiere, was möglicherweise doch auf Probleme in den ersten Phasen der Aufzucht hindeuten könnte.

Aufgesalzen wurde das Wasser bei diesem Teilerfolg in der Aufzucht übrigens nicht, was eigentlich gegen eine amphidrome Lebensweise sprechen sollte, bei der die Larven in der Natur vom Süßwasser der Flüsse zum Aufwachsen ins Brack- oder Meerwasser der Mündungsbereiche gespült werden. Ganz im Gegenteil: das Wasser war mit weniger als 150 µS/cm relativ weich.

Da die Tiere aber ansonsten alle Merkmale amphidromer Vermehrung aufweisen, könnte diese Art der Fortpflanzung eine Reliktform darstellen, bei der die Larven nach wie vor driften (zeitlicher Versatz zwischen Aufschwimmen und Nahrungsaufnahme) und in einer zunächst planktonischen Entwicklungsphase auf ein stehendes, einigermaßen nährstoffreiches Gewässer angewiesen sind. Diese Art der Vermehrung könnte

demnach eine primitive Form darstellen, deren Weiterentwicklung die „Big-sized-egg-Typen“ hervorbrachte, deren Jungtiere in Fließgewässern aufwachsen können.

Das Aufwachsen der Larven dieser Rhinogobius sp. in einem Fließgewässer erscheint uns nach den Beobachtungen bei den Fressgewohnheiten und wegen ihrer geringen Größe sehr unwahrscheinlich zu sein.

Ein anderer Gedankenansatz ist es, dass zur Entwicklung solch „amphidromer“ Arten vielleicht nicht zwingend eine gewisse Salinität, sondern eine damit verbundene Keimarmut ein entscheidender Faktor ist. Das wäre mit entsprechend weichem Wasser vielleicht in ähnlicher Weise umsetzbar.

Das Hauptproblem bei der Aufzucht scheint daher eine adäquate und ausreichende Nahrungsversorgung der Jungfische zu sein. Es wurden daraufhin von beiden Autoren Aufzuchtversuche mit etlichen Gelegen in verschiedensten Wässern, mit allen gängigen (und nicht gängigen) Futtermitteln ausprobiert (darunter Pantoffeltierchen, Rädertierchen, verschiedene Infusorien, gesiebtes Teichwasser, unterschiedliche Flüssigpräparate, gesiebte Copepoden, Phytoplankton), doch selbst Jungfische, deren hell gefüllte Bäuche auf eine erfolgreiche Nahrungsaufnahme hindeuteten, starben letztendlich doch.

Leider raffte es nach über vier Jahren der Pflege und intensiver Zuchtversuche innerhalb weniger Monate alle Tiere dahin, so dass wir nur noch hoffen können, in Zukunft auf weitere Tiere zu treffen, um uns nach der ziemlich ernüchternden Bilanz von fünf aufgezogenen Jungtieren aus mehreren 1000 Larven nochmals an einer Vermehrung dieser imposanten und wirklich spannenden Grundeln zu versuchen.

Erfahrungsaustausch erwünscht
Diese Grundel-Art ist ein klassisches Beispiel für die zahlreichen Fisch-Arten, die zwar relativ gut zum Ablaichen zu bewegen sind, deren Vermehrung aber letztendlich an der Aufzucht der Jungfische scheitert. Aus vielen Grundel-Gattungen sind solche „Extremfälle“ bekannt (Hypseleotris, Stiphodon, Gobiopterus, Awaous, Mugilogobius, Sicyopterus). Die Schwierigkeit und gleichzeitige Notwendigkeit einer Nachzucht solcher Arten sollte Anlass zum intensiven Erfahrungsaustausch zwischen ihren Haltern sein.

Oft werden nur wenige Tiere importiert, und ihre „Unzüchtbarkeit“ lässt sie meist schnell wieder von der Bildfläche verschwinden – völlig zu Unrecht. Denn sie haben es nicht verdient, ein Randgruppendasein als reine Konsumfische in unseren Aquarien zu fristen.

Andererseits gibt es vereinzelte Berichte über zufällige Zuchterfolge. Hier sollte man anknüpfen und methodisch arbeiten, doch mangelt es oft an Kommunikation und Erfahrungsaustausch. Wir würden uns freuen, mit diesem kleinen Beitrag über eine Fisch-Art, die uns unsere Grenzen aufgezeigt hat, andere Halter zu ermutigen, sich auch an solche „Randgruppenfische“ heranzuwagen und ihre Erfahrungen mitzuteilen. Denn nur so können Haltungs- und Zuchterfolge für andere von Nutzen sein.

Wer also Interesse an detaillierten Informationen hat oder selber einen Beitrag leisten kann – hier seien auch Meerwasseraquarianer angesprochen, die sich wesentlich intensiver mit der Aufzucht planktonischer Larven und ihrer Ernährung beschäftigen – ist herzlich zur Diskussion eingeladen …

Literatur

Ken-ichi Yokoi (2006): Early development of the endangered freshwater goby, Rhinogobius sp. BI (Gobiidae). Ichthyological Research 53 (2): 160–165.

Kazuaki Tamada (2008): Variation in male mating success in the paternal nest brooder, Rhinogobius goby, along a river course. Ecological Research 23 (1): 91–97.

Kazuaki Tamada (2005): Egg and clutch sizes of a goby Rhinogobius giurinus in the Aizu River, Kii Peninsula, Japan. Ichthyological Research 52 (4): 392–395.

Atsushi Maruyama, Masahide Yuma & Yukio Onoda (2004): Egg size variation between the fluvial-lacustrine and lacustrine types of a landlocked Rhinogobius goby in the Lake Biwa water system. Ichthyological Research 51 (2): 172–175.

Yuji Yamazaki, Shinji Haramoto & Takeshi Fukasawa (2006): Habitat Uses of Freshwater Fishes on the Scale of Reach System Provided in Small Streams. Environmental Biology of Fishes 75 (3): 333–341.

Webseiten

Mukai’s Encyclopedia of goby

Freshwater Goby Museum

The Fishdatabase of Taiwan

zurück zum Inhaltsverzeichnis AMAZONAS 21

zurück zum Artikelarchiv

 

Startseite | Verlag | Impressum / AGB
© 2008 - 2012 Natur und Tier - Verlag GmbH · An der Kleimannbrücke 39/41 · D-48157 Münster