AMAZONAS 21, Januar/Februar 2009, Seite 81
Kurz vorgestellt – Amblydoras sp. „Lutino“!
von Hans-Georg Evers
Ungewöhnliche Zeichnungsmuster oder gar fehlende Pigmentierung bei Exemplaren von ansonsten gut bekannten Aquarienfischen sind auch hierzulande bei einer nicht zu unterschätzenden Anzahl von Fischfreunden Grund für Begeisterung. Normalerweise handelt es sich dann um bei der Nachzucht zufällig entstandene Albinos oder auch Lutinos (stark gelblich gefärbte Tiere mit schwarzen Augen). Durch gezielte Zuchtauslese und Rückkreuzung haben sich so eine ganze Anzahl von Farblosen in unseren Aquarien etabliert.
 Lutino von Amblydoras sp. Foto: H.-G. Evers
Der gezeigte, etwa 8 cm messende Dornwels-Lutino einer Amblydoras-Art schwamm mir dagegen in Peru vor die Kamera. Insgesamt wurden drei Exemplare in einem Zufluss des Amazonas bei Iquitos gefangen. Martin Mortenthaler von Aquarium Rio Momon machte mich auf diese Tiere aufmerksam, die bereits für einen hohen Preis nach Japan verkauft worden waren.
Es ist doch recht verwunderlich, dass gleich mehrere Exemplare einer so auffälligen und damit für Fressfeinde gut sichtbaren Form einer ansonsten eher in gut tarnenden, braungrauen Schlammfarben daherkommenden Art im natürlichen Vorkommensgebiet gefangen werden konnten. Mortenthaler bekam schon mehrfach solche Tiere und auch Albinos und Lutinos anderer Wels-Arten angeboten, zum Beispiel andere Dornwelse oder den recht groß werdenden Elfen-Harnischwels Acanthicus cf. adonis.
Solch spontane Mutationen kommen offenbar auch häufiger in natürlichen Populationen einiger Arten vor. Doch bislang sind die Freunde von Albinos immer mit dem Argument, dass diese in freier Natur keine Überlebenschance hätten, auf ethisch-biologischer Ebene abgeschmettert worden. Also alles doch nur eine Frage des Geschmacks?
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