Dieses Wochenende (06.–07.03.2010) war es wieder soweit – der Süden Deutschlands, einige Österreicher und einige Schweizer pilgerten wie jedes Jahr nach Friedrichshafen auf die ‚Aqua Fisch’-Messe. Inzwischen eignet sich die Messe, um sich im grossen Rahmen weiterzubilden: Empfangen von einem reichhaltigen Salami- und Käse-Angebot, kann man jungen Anglern bei Fliegenfischen-Üben zuschauen, Schiessübungen in der Jagd-Halle bewundern, Mikado mit Angeln in der Angel-Halle spielen, bevor man schliesslich zur Aquaristik-Halle kommt.
Begrüsst wird man standesgemäss von den Logemann-Brüdern, ansonsten scheint die Besetzung nach meinem Empfinden eher dünn gewesen zu sein – auch hier gab es einen Anbieter für Angelware, unangemessen viele Ruheplätze und eine Kinder-Bespassungsanlage vom Feinsten. Ich beschwere mich nicht – endlich ist genug Platz, um ungestört in Verkaufsanlagen zu starren.
Bei den Logemann-Brüdern.
Die Anzahl der Wirbellosen-Anbietenden hat im Vergleich zu 2009 merklich abgenommen, dafür sind die Lebendgebärenden im Kommen. Zumindest Guppy-Zuchtformen fand man dieses Jahr auch abseits der entsprechenden Meisterschaft der Guppyfreunde Deutschlands mehr oder weniger nach Stämmen sortiert. Wer Hochzuchten mag, konnte sich ausserdem an einer ganzen Reihe verschiedener Betta splendens erfreuen, die im Rahmen einer Internationalen Betta Bewertungsshow durch die Kampffischfreunde ausgestellt wurden. Allein einige fehlende Euro haben mich davon abgehalten, einen sehr hübschen fast symmetrischen Plakat Halbmond zu kaufen.

Crystal Red Garnelen mit dichtem und hohem Weißanteil sieht man jetzt öfter.
Inzwischen kennt man den einen oder anderen, unterhält sich hier und da. Wie immer sind die Züchter im hinteren Bereich der Halle, die Mitglieder von aquanet.tv und verschiedener Vereine und natürlich die Angestellten der Aquaristikfirmen freundlich und hoch kommunikativ. Wenn man also wie wir nur drei Stunden zur Verfügung hat, bevor die Tore schliessen, muss man das eine oder andere Gespräch fast unhöflich abwürgen.

So viel Platz! Hach, wat is dat schön!
Wenn ich mich über irgendetwas beschweren wollte, dann über die Zustände an der besuchten Fressalien-Bude. In den Plastikbesteckkästen lagen die ollen Pommes der Anderen, das Curry zur laukalten Wurst bestand aus schlechtem Ketchup um schlecht eingerührtem Currypulver und die Sitzgelegenheiten wurden trotz ausreichender Angestellter offensichtlich pro Tag nur einmal gereinigt – nämlich nach Messeschluss. Sei’s drum – Aquarianer sind hart im Nehmen und wir hätten auch einen der vielen anderen überteuerten Stände aufsuchen können.
Einige Aussteller scheinen von Jahr zu Jahr zu schrumpfen. Ob das Angebot deswegen oder wegen unserem Besuch auf den letzten Drücker nicht so vielfältig war, kann ich nicht sagen.
Minimal-Variante eines Schauaquariums. Schönere konnte man bei den vertretenen Aquarienvereinen bewundern.
Die Beobachtung der uns entgegen kommenden Aquarianer ergab ein ähnliches Bild wie in den letzten Jahren: Wurzeln, Filtermatte und -watte, Krimskrams und aquaristische Alltagstechnik quillen dieses Jahr zu Hauf aus blauen Eimern, die von einer Firma verteilt werden. Aquarien werden auch gerne gekauft, vor allem in den gängigen Nano-Grössen.
Jedes Jahr eine Freude – IKEA für Aquarianer...
Was mich besonders gefreut hat? Das Schlangenkopffisch-Buch war laut Aussage des Verkäufers am Stand für aquaristische Literatur schon am ersten Tag ausverkauft. Er könne es mir aber zuschicken, wenn ich wolle, sagte er. Ich habe abgelehnt, mich höflich bedankt und bin davon geschwebt.











