... eher ein Katastrophenbericht
Normalerweise erfasst mich immer ein gewisses Kribbeln, eine Art positive Unruhe, wenn ich die Zeit finde ein besonderes Areal/ Habitat besuchen zu können. Diesmal war es nicht anders, als ich den nördlichsten Torfsumpf der Westseite der Halbinsel Malaysia besuchen wollte, doch mischte sich auch eine gewisse unangenehme Erwartung mit darunter. Der Sumpf sollte stark gefährdet sein, da andere reisende Aquarianer nicht mehr viel an natürlicher Landschaft schon in Vergangenheit vorgefunden hatten. Doch meist findet man an anderer Stelle Restrückzugsgebiete der Natur, die größtenteils noch intakt sind.
Restnatursumpf, fast idyllisch
Doch hier war das Ergebnis niederschmetternd. Innerhalb von zwei Tagen umfuhr ich den größten Teil dieses Torfsumpfareals, das im Original schon nicht großflächig war. Auf vielleicht einen Quadratkilometer großes an einen ursprünglichen Torfsumpf erinnerndes Reststück war der Sumpf zusammengeschrumpft. Doch dieses Gebiet war wohl mit Düngestoffen schon vollständig kontaminiert. Von weiter westlich floss ein begradigter kleiner Flusslauf durch die Ölpalmenplantagen. Die kaffeebraune Färbung ließ etwas Hoffnung aufkeimen, die etwa 10 km westlich wieder genau so schnell unter Planierdozern begraben wurde. Die letzten Sumpfwäldchen waren schon trockengelegt. Der Ausblick weiter westlich war Öl- öko-klar, Palmen.
Im Hintergrund ist schon die Bebauung zu erkennen.
Das Sumpfwäldchen rechts ist durch den Kanal trockengelegt.
Die Frucht des schwarzen Goldes
An besonderen Fischen konnte ich in den zwei Tagen zwei Schokoladenguramis, Spherichthys osphromenoides, einen Hechtgurami, Luciocephalus pulcher, einige Goldstreifenrasbora, Rasbora agilis und einige Rotstreifenrasbora, R. pauciperforata fangen. Keine Spur von Parosphromenus rubrimontis, der da wahrscheinlich ausgestorben ist! Ich weiß nicht, ob in der Vergangenheit in diesem Torfsumpf Betta bellica und Trichopodus leeri vorkamen, wenn, sind auch Populationen dieser Fische unwiederbringlich verloren.
Im Restkanal wuchsen, wahrscheinlich aufgrund der Düngezufuhr, noch recht gut einige Büschel von Cryptocoryne sp.
Der Ausblick westlich – meist junge Ölpalmen-Plantagen
Etwas Besonderes: ein Hemphirrhamphodon sp. aff. pogonognathus
Luciocephalus pulcher
Ich maße mir nicht an, die Politik im Land, und noch weniger die freundlichen Menschen vor Ort zu verurteilen, die nur dasselbe anstreben, wie die gesamte Welt: etwas Wohlstand. Den Grund und die Wahrheit dieser Art von Vorgehen hat jeder selber herauszufinden.
Erfreulich!? Wachsende Cryptocoryne sp.
Und zu guter letzt, ein kleines Gebiet westlich gelegen, das noch als Sumpf in Frage käme, konnte ich in den zwei Tagen noch nicht erreichen – Die Hoffnung stirbt ja zu letzt!











