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 Titelthema Bullenklasse
100 plusAmphillus

Es gibt Fische, über die man beim Studium wissenschaftlicher Arbeiten stolpert und von denen man nicht glaubt, sie jemals lebend zu Gesicht zu bekommen. Solch eine Seltenheit ist der Dornwels Wertheimeria maculata aus Ostbrasilien. Und wir können hier sogar von der erfolgreichen Nachzucht dieser Art berichten! von Hans-Georg Evers

Die Dornwelse (Doradidae) sind mit etwas weniger als 100 Arten, die in 32 Gattungen geführt werden, eine überschaubar große Familie südamerikanischer Welse. Derzeit wird diese gemeinsam mit der nahe verwandten Familie der Trugdornwelse (Auchenipteridae) in der Überfamilie Doradoidea geführt (Birindelli 2014). Neben
kleiner bleibenden Arten von Dornwelsen bis etwa 15 cm, die auch in der Aquaristik eine (Neben-) Rolle spielen, gibt es große Brocken, die in ihrer Heimat als geschätzte Speisefische gelten.
Die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Dornwelse waren in den letzten Jahren Gegenstand einiger wissenschaftlicher Untersuchungen (Arce et al. 2013, Sabaj Pérez et al. 2014, Birindelli 2014), sodass wir momentan einen ganz guten Überblick über die vielen Gattungen und Arten haben.
Im östlichen Brasilien, im Einzug der Flüsse São Francisco, Jequitinhonha und Paraguaçu, liegt die Heimat dreier Gattungen mittelgroßer Doradiden, die allesamt eines gemeinsam haben: Sie gelten als ausgesprochen selten und sind in wissenschaftlichen Sammlungen kaum anzutreffen.
Die Angehörigen der monotypischen Gattungen Franciscodoras (Rio São Francisco), Kalyptodoras (Rio Paraguaçu) und Wertheimeria (Rio Jequitinhonha und Rio Pardo in Bahia) sind eng miteinander verwandt, und die beiden Letztgenannten bilden die Unterfamilie Wertheimerinae (Birindelli 2014). Sowohl Kalyptodoras bahiensis als auch Wertheimeria maculata sind aquaristisch bislang nicht in Erscheinung getreten. Es gibt zudem kaum Aufnahmen lebender Tiere.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 84