Unter südamerikanischen Cichliden gibt es nur wenige Arten, die so viel Respekt und Bewunderung hervorrufen wie Mesoheros festae. Das hat nicht zuletzt mit der attraktiven Prachtfärbung erwachsener Exemplare zu tun, die ihresgleichen sucht, aber auch mit dem Charakter der Tiere. von Jan Fioole
Der Rote Ecuador-Buntbarsch (Mesoheros festae) kommt endemisch an der Westseite der Anden vor, nämlich in Ecuador und Peru. Sein amerikanischer Spitzname „Red Terror“ bezieht sich vor allem auf das Temperament ausgewachsener Tiere während der Fortpflanzungszeit. Wer sich jedoch die Zeit nimmt, diese Art genauer zu beobachten, entdeckt schnell, dass sich hinter diesem Trivialnamen weit mehr verbirgt als nur „Terror“. Für echte Liebhaber südamerikanischer Cichliden, die den Fischen ein großes Aquarium bieten können, stellt diese Art daher den Höhepunkt ihres Hobbys dar. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen mehr über die Hintergründe erzählen: von der taxonomischen Geschichte und Herkunft bis hin zu Biotop, Aquarienpflege und der erfolgreichen Aufzucht der Jungfische.
Artbeschreibung und Herkunft
Ursprünglich wurde diese Art 1899 von Boulenger als Heros festae beschrieben, wobei die Typenserie mit Fischlängen zwischen 2 und 26 cm aus dem Río Guayas in der Nähe des Dorfes Guayaquil in Ecuador stammt. Er benannte sie nach dem italienischen Sammler Enrico Luigi Festa. Regan (1905) ordnete sie in eine Untergruppe der Gattung Parapetenia ein, die später ein Synonym für die Gattung Nandopsis wurde.
Im Lauf der Zeit wechselte die Art – wie viele andere Cichliden – mehrfach ihre Gattungszugehörigkeit. Neben Cichlasoma waren dies u. a. Heros, Amphilophus, Herichthys und Nandopsis. Nach neueren Untersuchungen (u. a. Eschmeyer et al. 2016) wird sie aktuell der Gattung Mesoheros zugeschlagen, in der auch M. atromaculatus, M. gephyrus und M. ornatus stehen, alles heroine Buntbarsche Südamerikas.
Trotz einer großen Artenvielfalt waren afrikanische Salmler über Jahrzehnte in der Aquaristik unterrepräsentiert. Das lag einerseits daran, dass kommerzielle Importe meist nur das Standardsortiment umfassten, andererseits aber auch am Fokus auf Fischen anderer Familien. Diese Situation hat sich inzwischen geändert, wozu oft Privatinitiativen beitrugen. Wir wollen hier einen vertiefenden Blick auf Lebensweise, Verhalten, Ernährung und natürliche Biotope der Arten einer dieser faszinierenden Gattungen werfen. von Michel C. W. Keijman
Bryconaethiops wurde bereits 1873 von Günther wissenschaftlich beschrieben. „Brycon“, der erste Teil des Gattungsnamens, soll dabei auf die Ähnlichkeit zur südamerikanischen Gattung Brycon hinweisen, „aethiops“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „äthiopisch“ oder „schwarzafrikanisch“, abgeleitet von aíthein = brennen sowie ṓps = Gesicht oder Erscheinung. Vermutlich bezog sich der Autor auf Aethiopia, einen damals gebräuchlichen Begriff für das subsaharische Afrika. Wiedergeben lässt sich der Name also etwa mit „kleiner, ‚äthiopischer‘ Brycon“.
Die Arten der Gattung Bryconaethiops besitzen als besonderes Merkmal drei Reihen prämaxillärer Zähne, wodurch sie sich unmittelbar von allen übrigen Alestidae unterscheiden. Das Auge ist von einem gut entwickelten Fettaugenlid (adipöses Augenlid) bedeckt. Die Gattung umfasst derzeit sechs gültige Arten: Bryconaethiops boulengeri, B. macrops, B. microstoma, B. mocquardianus, B. quinquesquamae und B. yseuxi.

