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Pseudolaguvia muricata – Ein asiatischer Mini-Saugwels

Umfassten die aquaristischen Neuimporte von Welsen früher eher Arten aus Südamerika und Afrika, so werden mittlerweile auch immer mehr asiatische Formen für das Hobby entdeckt. Dass sie sich einen Freundeskreis erobern können, steht außer Frage. Der Platzbedarf der hier vorgestellten Art ist leicht zu erfüllen. von Anja Katzschmann

Seit einiger Zeit gelangen regelmäßig interessante, kaum bekannte Welsarten aus Asien nach Europa. Oft befinden sich unter diesen Tieren klein bleibende Arten, die in puncto Größe und Verhalten gut für die Aquaristik geeignet sind. So tauchten in den letzten Jahren auch vereinzelt Vertreter der Gattung Pseudolaguvia im Handel auf, die auf den ersten Blick den Schmetterlingswelsen der Gattung Erethistes (bzw. Hara) ähneln. Wie diese gehören sie zur Familie der Erethistidae. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass in einem Teil der Literatur die Einordnung in die Familie Sisoridae erfolgt, was jedoch an der Verwandtschaft der genannten Gattungen nichts ändert. 

Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet der Pseudolaguvia-Arten erstreckt sich von Nepal über Indien und Bangladesch bis nach Myanmar (GBIF, 2026). Von den bisher 26 beschriebenen Arten wurden 22 in Indien nachgewiesen, besonders das Einzugsgebiet des 
Brahmaputra-Systems stellt mit elf Arten einen Diversitätshotspot dar (FRICKE et al. 2026; SINGH 2025). Es ist daher nicht verwunderlich, dass einige Arten nicht nur sympatrisch, also mit überlappenden Verbreitungsgebieten, sondern auch syntop (im selben Habitat) nebeneinander vorkommen. 

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 125

Heterocharacinae – eine wenig bekannte Gruppe südamerikanischer Salmler

Südamerikanische Salmler stellen viele außerordentlich interessante, farbige und im Verhalten sehr unterschiedliche Vertreter, von denen etliche nahezu ständig selbst in den kleinsten Aquaristikläden zu sehen sind – man denke hier nur an den Roten Neon oder den gängigen Neonsalmler. Daneben gibt es aber auch noch andere sehr spannende Arten, so etwa die hier porträtierten. von Ralf Britz

Einige Vertreter der Salmlerartigen (Characiformes) gelangen nur sehr selten in den Handel, und ihre Haltung ist Spezialisten vorbehalten. Hierzu zählen auch die wenigen Arten der Tribus Heterocharacini bzw. Unterfamilie Heterocharacinae, einer Gruppe, die ihren Verbreitungsschwerpunkt im Amazonasgebiet hat und hier vor allem im Rio Negro.

Der erste Vertreter dieser Unterfamilie der Acestrorhynchidae, Heterocharax macrolepis, den EIGENMANN 1912 beschrieb, stammte jedoch von Rockstone am Essequibo im ehemaligen Britisch-Guayana, dem heutigen Guyana. Kurz darauf folgten Gnathocharax steindachneri FOWLER, 1913 vom Rio-Madeira-Einzug in Brasilien sowie Lonchogenys ilisha MYERS, 1927 und Hoplocharax goethei GÉRY, 1966 aus dem Rio Negro. Es war wiederum GÉRY (1966), der diese doch recht unterschiedlich aussehenden Salmler in der Tribus Heterocharacini innerhalb der Familie der Characidae zusammenfasste. Im Jahr 2000 kamen dann noch zwei weitere Arten der Gattung Heterocharax dazu, nämlich H. virgulatus und H. leptogrammus, beide wiederum aus dem Rio Negro (TOLEDO-PIZA 2000). MATTOX & TOLEDO-PIZA (2012) mutmaßten, dass auch die Gattung Priocharax mit den winzigen Arten P. ariel und P. pygmaeus zu den Heterocharacini gehört. Molekulare Untersuchungen in den letzten Jahren scheinen dies allerdings nicht zu bestätigen.

Mit meinem Beitrag sollen die Salmler dieser Gruppe einmal näher vorgestellt werden. Im Herbst 2011, also vor fast 15 Jahren, wurde ich von meiner brasilianischen Kollegin Monica Toledo-Piza eingeladen, gemeinsam mit ihr, George Mattox und Manoela Marinho im mittleren Rio Negro Fische zu fangen. 

 den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 125

Charmanter Kauz: Batrochoglanis raninus, der Frosch-Fettwels

Es gibt Fische, die sofort alle Blicke auf sich ziehen – schillernde Neonsalmler, majestätische Skalare oder farbenprächtige Kampffische. Und dann sind da noch solche, die ihre Reize eher im Stillen entfalten. Batrochoglanis raninus gehört definitiv zur zweiten Kategorie.  von Roland Schreiber

Der Frosch-Fettwels ist kein glitzernder Hingucker, sondern ein heimlicher Charakterkopf, der erst bei näherer Betrachtung mit seiner einzigartigen Persönlichkeit und seinem skurrilen Aussehen verzaubert. Viele Aquarianer kennen ihn als unscheinbaren, nachtaktiven Bodengrundbewohner. Doch wer sich die Zeit nimmt, ihn kennenzulernen, wird mit einem faszinierenden und entspannten Aquarienbewohner belohnt, der mehr zu bieten hat, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Breite „Klappe“
Der Name Batrochoglanis raninus (VALENCIENNES, 1840) mag kompliziert klingen, im Gegensatz dazu sind seine deutschen Namen zwar eingängiger, jedoch weniger charmant: Breitmaul-Hummelwels oder Frosch-Fettwels klingen nicht gerade positiv. Tatsächlich erinnern seine gedrungene Körperform, der auffallend breite, flache Kopf und das riesige Maul an einen kleinen Frosch, der am Boden stoisch auf Beute lauert. 
Seine marmorierte unauffällige Färbung aus Braun-, Beige- und Schwarztönen sorgt dafür, dass er in seinem natürlichen Lebensraum perfekt getarnt ist. Im Aquarium ermöglicht ihm diese Tarnung, nahezu unbemerkt zu bleiben. Seine Augen sind verhältnismäßig klein und auf der Oberseite des Kopfes angeordnet, ideal, um nach Nahrung zu spähen, während der übrige Körper im Sand vergraben liegt. Das endständige, tief eingeschnittene Maul ist von drei kurzen Bartelpaaren umgeben. Die Rückenflosse ist klein, während After- und Brustflossen gut entwickelt sind, was dem Wels hilft, sich effizient am Bodengrund zu bewegen. 

Literatur zum Artikel

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 124

Paracyprichromis nigripinnis „Blue Neon“ – Kandidaten für gedämpfte Beleuchtung

Auf Facebook & Co. kann man diesen wunderschönen Fisch regelmäßig bestaunen. Häufig werden jedoch nur blasse Exemplare gezeigt, die lediglich ein Schatten dessen sind, was sie eigentlich sein könnten. Diese Art verlangt wirklich nach einem speziell eingerichteten Biotop-Aquarium! von Wilfried Van der Elst

Paracyprichromis nigripinnis „Blue Neon“ ist ein unglaublich schöner Buntbarsch aus dem Tanganjikasee. Gleichzeitig ist es aber auch eine Art, an der sich schon viele Aquarianer die Zähne ausgebissen haben. Und das nicht ohne Grund: Dieser Fisch ist eigentlich gar nicht so anspruchsvoll, doch es gibt einige Punkte, auf die man unbedingt achten sollte. Sonst wird man nie sehen, wie beeindruckend er tatsächlich „leuchten“ kann.

Naturbeobachtungen
Schauen wir uns zuerst an, wie dieser Fisch in der Natur lebt. Ganz anders als die Heringsbuntbarsche der Gattung Cyprichromis schwimmt dieser hier nicht im offenen Wasser, auch nicht in großen Schwärmen, sondern eher in kleinen Gruppen. Das klingt zwar immer noch ähnlich, ist aber etwas völlig anderes. Bei einem Schwarm bewegen sich die Individuen in großer Anzahl dicht nebeneinander in dieselbe Richtung, um schneller zu schwimmen und Fressfeinde zu verwirren. Unsere „Blue Neon“ hingegen bilden kleine Gruppen, und zwar an ganz bestimmten Orten: in dunklen Höhlen oder unter überhängenden Felsen. Dort hängen sie meist kopfüber unter den Steinen. Sie mögen kein starkes Licht, was man sich für die Aquarienhaltung gut merken sollte, wenn man die Fische später in voller Pracht sehen möchte.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 124

Medaka-Zuchtformen – Merkmale, Zuchtziele und Herausforderungen

„Wer die Wahl hat, hat die Qual“, lautet ein altes Sprichwort. Und worauf trifft es besser zu als auf unsere Medaka? Davon gibt es auch in Deutschland jede Menge Varianten zur Auswahl – jedoch hat man immer, wirklich immer zu wenige Behälter für all diese Schönheiten zur Verfügung. Beispiele? Gerne! von Friedrich Bitter

In Japan dürfte es mittlerweile über 1.500 anerkannte Zuchtlinien geben – oder gegeben haben, denn manche der älteren verschwinden bei all den neuen Formen nach einigen Jahren wieder. Die japanische Medaka-Zucht arbeitet nicht mit einem starren „Varietätenkatalog“, sondern mit kombinierbaren Merkmalen, die fortlaufend neu selektiert werden. Dennoch haben sich einige Linien als Referenztypen etabliert, die auch international bekannt sind. In dem Handbuch „Varieties of Japanese Rice-Fish IV“ (2024) werden zumindest 516 aktuelle Zuchtformen auf knapp 1.200 Fotos vorgestellt. Bevor wir Beispiele dazu zeigen, hier ein paar Zuchtformen, von denen im Lauf der Jahre viele neuere abgeleitet wurden.

Fachlicher Hinweis
In der Praxis werden diese Hauptmerkmale häufig kombiniert, etwa Lame-Miyuki-Daruma oder Yang-Guifei-Longfin. Mit jeder zusätzlichen Kombination steigt jedoch der Aufwand zur Stabilisierung der beabsichtigten Linie erheblich.
Im Gegensatz vor allem zum Guppy man bei Medaka selten von „Sorten“, sondern von Linien („Lines“), Stämmen, Formen oder Varianten. Die Frage, welchen genetischen Anteil O. latipes und O. sakaizumii an den modernen Medaka besitzen, konnte bisher nicht erschöpfend beantwortet werden.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 124

Mugilogobius abei – plötzlich waren sie da!

Mugilogobius abei
Vor rund 30 Jahren, zu Zeiten als die Kommunikation mit Zierfischexporteuren und Auslandskunden fast ausschließlich über das Faxgerät lief, war es eigentlich an der Tagesordnung, dass man beim Umsetzen der Importe aus den Transportboxen in die Hälterungsbecken so manchen nicht bestellten Fisch entdeckte. Es war die Zeit der Beifänge!
von Friedrich Bitter

Besonders interessant waren Importe aus Südamerika. Da schwammen zum Beispiel zwischen den Roten Neon Jungfische anderer kleinbleibender Salmler, Apistogramma- und Dicrossus-Arten. Diese Beifänge waren oft besonders interessant, wurden separat großgezogen, um sie dann an Spezialisten zur Zucht abzugeben oder nach Japan zu schicken, wo damals gerade ein regelrechter Zwergcichlidenboom herrschte.

Die Zeiten haben sich geändert, ein viel höherer Anteil der Fische stammt heute aus Fischfarmen oder größeren Hälterungsanlagen, wo die Tiere vor dem Export auch nach visuellen Kriterien sortiert werden. Ich will hier nicht ausschließen, dass es bei bestellten Wildfängen immer noch einen Anteil nicht dazugehöriger Fische gibt, der ist aber auf ein Minimum gesunken. Man muss einfach Glück haben, um etwas ungewöhnlichere Arten zu entdecken.

Asien-Importe
Da mir in unserer Aquarienanlage höhere Raumtemperaturen unangenehm sind und die Luftfeuchtigkeit steigen lassen, habe ich mich bereits vor einigen Jahren besonders solchen Arten verschrieben, die mit Wassertemperaturen im Bereich19-22 °C kein Problem haben. Dies trifft zum Beispiel auf viele Eierlegende Zahnkarpfen zu und ebenso auf asiatische Fische der gemäßigten Zonen. Also liegt mein besonderes Augenmerk auf nicht ganz so groß werdenden Fischarten aus Familien wie Badidae (Blaubarsche), Danionidae (Bärblinge) und Nemacheilidae (Bachschmerlen). Auch Grundeln haben es mir angetan, allen voran die Nasengrundeln der Gattung Rhinogobius.
Nun ergab es sich kürzlich, dass ich bei Durchsicht einer Exportliste aus China eine Grundelart entdeckte, die ich nicht so richtig einordnen konnte. Es handelte sich um Mugilogobius myxodermus. Schnell war herauszufinden, dass die Art durchaus mit den Bedingungen in unseren Becken zurechtkommt. Und da der Preis stimmte, wurde sie in die Bestellung aufgenommen.

 den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 123

Moema claudiae – eine zweite Chance für den Artenschutz

Moema claudiae
Echter Artenschutz beginnt nicht erst mit Fang-, Export- oder Hälterungsverboten. Artenschutz ist dicht verwoben mit Biotopschutz, denn allzu oft werden ganze Lebensräume zerstört, ohne an die Folgen solchen Tuns zu denken. Ein Beispiel gefällig?
von Friedrich Bitter

Die südamerikanische Fischfamilie Rivulidae gehört zur Ordnung Cyprinodontiformes (Zahnkärpflinge) und ist mit fast 500 Spezies eine der artenreichsten der Neotropis (Südamerika, Mittelamerika, Westindische Inseln). Gegenwärtig unterscheidet man 39 Gattungen. Einige Vertreter dieses Verwandtschaftskreises sind auf das Leben in temporären oder ephemeren Gewässern spezialisiert und werden daher als einjährige (annuelle) Fische bzw. Saisonfische bezeichnet. Die Tatsache, dass diese saisonalen Arten kleine temporäre Feuchtgebiete bewohnen, die leicht verändert und zerstört werden können, stellt eine große Herausforderung hinsichtlich ihres Schutzes dar - und häufig sind sie gefährdet. 
In Bolivien, einem der Länder mit dem größten Verlust an primären Tropenwäldern in jüngster Zeit, sind von 32 erfassten Arten mehr als die Hälfte (19) endemisch und fast ein Drittel (9) nur von ihren Typusfundorten bekannt. Von den 20 von der IUCN (Internationale Union zur Bewahrung der Natur) bewerteten Arten, die in Bolivien vorkommen, sind 8 in eine Gefährdungskategorie eingestuft, und eine davon, Moema claudiae (COSTA, 2003), gilt offiziell als vom Aussterben bedroht und möglicherweise sogar bereits ausgestorben: Seit über 20 Jahren ist diese Spezies nicht mehr in freier Wildbahn nachgewiesen worden.

Herkunft 
Die Typusexemplare von Moema claudiae stammen aus einem temporären Feuchtgebiet (15°37'S, 63°35'W) in den Überschwemmungsgebieten des Río San Pablo neben der Straße Santa Cruz-Trinidad, etwa 60 km nördlich von Ascención de Guarayos, im Einzugsgebiet des Río Iténez/Guaporé. Leider wurde der Typusfundort inzwischen vollständig zerstört, da man dort ein Dorf errichtet und die natürliche Landschaft in große landwirtschaftliche Flächen umgewandelt hat. Dies führte zu Habitatverlusten durch Abholzung, Veränderungen der natürlichen Wassersysteme und zur Belastung des Ökosystems durch Herbizide, Insektizide und Düngemitteln. Eine von COSTA et al. (1997) veröffentlichte Fotografie des Typusfundorts von Spectrolebias filamentosus, der möglicherweise auch der Typusfundort von M. claudiae ist, zeigt dichte Vegetation, die heute nicht mehr existiert. Es war also zu befürchten, dass diese Art, wie bereits viele andere mit geringer Verbreitung zuvor, damit ausgestorben war. 

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 123

Markenzeichen? Der Keilfleck! – Die Bärblinge der Gattung Trigonostigma

Keilfleckenbärbling
Seit der Ersteinfuhr des Keilfleckbärblings nach Deutschland im Jahre 1906 durch den in Berlin ansässigen Tierhändler Julius Reichelt gab es bei uns mehr als 150 aquaristische Publikationen über diesen schnell beliebten Aquarienfisch. Trotzdem lässt sich immer noch viel Neues entdecken.
von Rudolf Suttner

Den meisten älteren Aquarianern ist sicher irgendwann die aktuelle Gattungsbezeichnung aufgefallen, nachdem die Fische früher für viele Jahrzehnte als Rasbora bekannt waren. Der niederländische Naturforscher Pieter Bleeker hatte diese Gattung bereits 1859 beschrieben und Hermann Meinken ordnete ihr die Keilfleckbärblinge 1967 zu. Wissenschaftler erkannten die Abstammungslinien, die leicht Artengruppen zugeordnet werden konnten. Im Jahr 1999 waren es dann Maurice Kottelat und Kai-Eric Witte, die im Rahmen der Neubeschreibung zweier Arten die Gattung Trigonostigma aufstellten. Der Gattungsname lässt sich aus dem Griechischen übersetzten: trigonon = Dreieck und stigma = Fleck. 

Die Monophylie von Trigonostigma ist seit ihrer Definition unumstritten. Die Autoren ordneten die Fische wegen des gleichen Ablaichverhaltens, des ähnlichen Aussehens im Farbmuster und der rötlichen bis orangefarbenen Körperfärbung sowie der geringen Körpergröße dieser Gattung zu. Sie besteht nunmehr aus fünf Arten, nämlich Trigonostigma heteromorpha (DUNKER,1905), T. hengeli (MEINKEN, 1956), T. somphongsi (MEINKEN, 1958), T. espei (MEINKEN, 1967) und T. truncata HUI, 2020.

Artunterscheidung
Am einfachsten ist es, die Arten im direkten Vergleich nebeneinander zu unterscheiden. Aber auch ohne diese Möglichkeit gibt es ausreichend Merkmale, nach denen sich die Fische einer bestimmten Spezies zuordnen lassen.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 123

Microglanis aff. iheringi - der Kleine Harlekinwels

Microglanis aff. iheringi - der Kleine Harlekinwels
Nicht zu groß werdende Fische, das mag man meinen, wenn es um die Vergesellschaftung klein bleibender Welsarten geht. Aber so ganz ohne sind manche von ihnen dann doch nicht, wenn man zum Beispiel ihr Maul einmal näher betrachtet.
von Anja Katzschmann

Bereits vor Jahren haben die kleinen Welse der Gattung Microglanis mein Interesse geweckt. Als sich dann später die Gelegenheit bot, sowohl aus Kolumbien als auch Brasilien Tiere zu erhalten, konnte ich nicht widerstehen und kaufte mir zwei entsprechende Gruppen. Die Zuordnung der jeweiligen Art sollte sich im späteren Verlauf jedoch als schwierige Aufgabe herausstellen. 
 
Allgemeines
Microglanis gehören zwar zu den kleinsten Vertretern innerhalb der Familie Pseudopimelodidae, sind jedoch mit über 30 Arten die Gattung mit der größten Diversität innerhalb der Familie. Es handelt sich dabei um kleinbleibende Arten, die in den meisten Fällen deutlich unter 8 cm Gesamtlänge erreichen. Davon abgeleitet erhielt die Gattung auch ihren Namen, der übersetzt „kleiner Wels“ bedeutet. 

Charakteristisch sind ein sehr großes Maul, relativ kleine Augen und in den meisten Fällen eine kontrastreiche Musterung. Bei vielen Arten folgt typischerweise auf den dunklen Kopf ein helles Band im Nacken, an das sich unterhalb der Rückenflosse ein dunkler Bereich anschließt. Vor bzw. unter der Fettflosse befindet sich ebenfalls ein dunkler Fleck, der je nach Art entweder nur sattelförmig ausgeprägt ist oder bis zur Körperunterseite reicht. Ein weiterer dunkler Bereich befindet sich vor der Schwanzflosse. Die helle Körpergrundfarbe kann von weißlich-beige über gelb bis bräunlich variieren.  
Als Typus-Art wurde Microglanis poecilus aus dem heutigen Guyana, damals noch Kolonie des Vereinigten Königreiches, beschrieben (EIGENMANN 1912). Später folgten wissenschaftliche Beschreibungen von sehr ähnlich gefärbten Tieren aus weiten Teilen 
Südamerikas. Nach heutigem Kenntnisstand erstreckt sich das Verbreitungsgebiet der 
Gattung von den nördlichen Regionen Südamerikas über Brasilien bis nach Argentinien. 
Sogar transandine Vorkommen in Ecuador sind von zwei Arten bekannt. 

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 122

Die Fischfamilie Anostomidae unter kladistischen Gesichtspunkten


Vom Hobby zunächst häufig übersehen, wirken sich manch wissenschaftliche Arbeiten erst viel später auf die Aquaristik aus und dann auch erst nach und nach. Wir wollen uns eine dieser Arbeiten, sie ist im Literaturverzeichnis aufgeführt, einmal genauer anschauen. Dazu werden auch Texte und Abbildungen aus der Originalarbeit auszugsweise verwendet.
von Friedrich Bitter

Mit 146 bekannten Arten stellt Anostomidae Günther, 1864 (Engmaulsalmler) die zweitgrößte Familie innerhalb der hyperdiversen Fischordnung Characiformes (Salmlerartige) dar und ist ein Hauptbestandteil der neotropischen Ichthyofauna. Die Familie erreicht die größte Diversität in den Flusssystemen von Amazonas, Orinoco und Paraná-Paraguay sowie den nach Norden entwässernden Flusssystemen der Guyanas. Einige Arten der Familie bewohnen transandine Einzugsgebiete von Peru bis Panama, andere kommen in isolierten Küsteneinzugsgebieten Ostbrasiliens vor.Vermutlich kennt man bis heute jedoch nicht sämtliche Formen der Familie, denn in neuerer Zeit werden immer wieder Neubeschreibungen publiziert, im Durchschnitt zwei pro Jahr. So könnte die wahre Artenvielfalt und Diversifizierungsrate der Anostomidae die aktuellen Schätzungen sogar noch übersteigen. Aquaristisch treten die meisten weniger in Erscheinung, vermutlich wegen ihrer oft doch recht stattlichen Endgröße oder speziellen Ansprüche wie großer Raumbedarf oder starke Strömung.

Allgemeines
Anostomiden weisen eine beträchtliche ökomorphologische Vielfalt auf. Sie besetzen typischerweise omnivore, invertivore oder herbivore Nischen und besitzen diversifizierte Kiefer und Gebisse, um ihrer abwechslungsreichen Ernährung gerecht zu werden. Nicht nur Ichthyologen ist schon lange die bemerkenswerte Variabilität der Maulposition aufgefallen, wobei sich im Familiennamen die oberseitigen Münder (
ano und stoma ) wiederfinden, die einige Arten besitzen, darunter Anostomus anostomus (Linnaeus, 1758). Andere Mitglieder der Familie besitzen terminale, subterminale oder inferiore Mäuler, wobei sich bei einigen Arten die Morphologie und Ausrichtung der Kiefer im Laufe der Ontogenese deutlich verändert und andere in der endgültigen erwachsenen Form eine außergewöhnliche Plastizität aufweisen:

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 122

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Heft 126

Erscheint am 19.06.2026

 

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