Was heute das sogenannte Aquascaping ist, war – früher sicher stärker als aktuell – die berühmte Modelleisenbahn, an der stunden- und tagelang getüftelt, geklebt und liebevoll gemalt wurde, bis das Kunstwerk vollendet war und die erste Dampflok mit lautem Tschutschu und ratternden Rädern losrollte, über Berge und durch Tunnel zockelte, bis sie unten im Dorf den ersten Bahnhof erreichte.
Trends wiederholen sich, manche mit anderen Gesichtern und vielleicht auch eher im Wohnzimmer als im Keller. Eine Gemeinsamkeit haben diese beiden: Eine schier unglaubliche Auswahl an Möglichkeiten, in die nur die zu stemmende Höhe der Investitionen regulierend eingreift. Dabei liegt zwischen Standard und Hightech mit Edelambiente oft nur ein schmaler Grat.

von Lou Herfurth

Bei der mittlerweile riesigen Auswahl an Pflanzenarten werden wir in den Fachgeschäften mit Topfpflanzen, „sterilen“ In-vitro-Kulturen aus dem Labor und den üblichen Bundpflanzen konfrontiert. Auf die eine oder andere Weise müssen wir alle vorbehandeln: Topfpflanzen sollten vorsichtig vollständig von der Steinwolle befreit werden, das noch vorhandene Gelee bei In-vitro-Pflanzen wird abgewaschen, und auch die Bundpflanzen sollten vom Bleiband befreit und zumindest unten herum etwas eingekürzt werden, damit die Pflanze neue und kräftige Wurzeln und damit einen sicheren Halt ausbildet.
Bei Bodendeckern aus Töpfen sollte die Steinwolle jedoch in einer etwa 10 mm starken Schicht stehen bleiben. So können die Pflanzen recht gut eingepflanzt werden. Deren feine Wurzeln lassen sich ohne dieses Hilfsmittel nur schwerlich bis überhaupt nicht einzeln im Substrat fixieren.

Ungewöhnliche Pflanztöpfe
Gelegentlich möchte ich bestimmte Ableger oder auch Pflanzenraritäten pflegen, die besondere Aufmerksamkeit verlangen. Kleine, gläserne „Blumentöpfe“ mit einem Loch im Boden, das einen Wasseraustausch zulässt, neudeutsch als „Plant Pots“ bezeichnet, sind hier meine neueste Entdeckung.
Spezielle Pflanzen erfordern spezielle Maßnahmen, und so ist es nun möglich, entweder kleinere Arten optisch besser im Aquarium zu präsentieren oder auch nur gezielter zu beobachten und zu versorgen. So können die „Plant Pots“ z. B. mit Soil und Wurzelkapseln bestückt werden, um seltenen oder langsamer wachsenden Pflanzen einen extra Boost zu verleihen. Durch die Saugnäpfe können sie zudem in der Höhe variabel angebracht werden, was gerade auch hinsichtlich der Lichtausbeute durchaus sinnvoll ist. Zudem lassen sich in den kleinen Glasgefäßen nicht einfach nur Ableger heranziehen, es ist sogar möglich, in ihnen auf wirklich engstem Raum ein sehr minimalistisches Scape aus kleinen Wurzelresten und Steinchen zu kreieren.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 83